Montag, 18. Februar 2013

"Ist das denn so wichtig?!"


"So now I think that I could
Love you back
And I hope it's not too late, cause you're so attractive
And the way you move
I won't close my eyes
It takes a man to live
It takes a woman to make him compromise."
                                                    The Lumineers - Flowers in your hair


Und wieder einmal.
Augen zu, durch da.
"Ist das wirklich so wichtig?"
Stich.
Wirklich so wichtig?!
Vielleicht die falschen Wertvorstellungen.
Sie werden alle da sein,
nur sie wieder nicht.
Alles wieder wichtiger.
Ich?
Nicht heute,
nicht morgen,
warte am Besten nicht bis sie Zeit für dich hat.
Zu Risikoreich,
zu unwahrscheinlich,
zu viel, was wichtiger ist.
"Heute bin ich dran!
Immer musste ich zurückstecken!"
Gut.
Und wann fing das an?
Wann hört das auf?
Und wann bin ich dann mal dran?
Darf ich..? Hast du..?
Tut mir Leid,
ich wollte dich nicht unterbrechen.
Du tust ja schließlich gerade nichts.
Komm ich setz mich zu dir.
Hör dir zu.
Liegt dir was auf dem Herzen, 
erzähl es mir.
Oh, zu viel Stress?
Ich nehm ihn wohl,
hier nimm dir frei.
Dann kannst du anstatt nichts zu tun,
mal nichts tun.
Der Haushalt ist dir zu viel?
Kein Problem,
ich übernehme ihn.
Abi mach ich nebenbei.
Aber dürfte ich vielleicht..?
Nein.
Ok.
Was soll ich da schon groß machen?
Sie weiß eigentlich nichts von mir,
keine Zeit für mich,
da ist immer genug von allem anderen,
da ist immer genug, was lauter ist. 
"Erzähl mir doch mal von deiner Tochter!
Gibts was Neues bei ihr?"
- Oh.
Schreie.
Wütendes Umschmeißen.
"Warum erzählst du mir denn nichts!?"
- Warum fragst du nicht?
  Steh doch hier.
  Tag für Tag.
  Mach dir deinen Kaffee
  Hör dir zu und bleibe ne Weile.
  Warum fragst du denn dann nicht?
  Warum hörst du denn dann nicht zu?
  Ich erzähle eigentlich so viel.
  Kommt nur nicht an.
"Wie an dem Tag ist dein Abiball?
Da fahr ich in Urlaub.
Das hättest du mir früher erzählen müssen!
Ist das denn so wichtig?"
- Hab ich dir erzählt.
  Voller Stolz stand ich da.
  Erhobenen Hauptes.
  Konnte behaupten, auf einen Abiball zu gehen.
  Mit einem großen Grinsen.
  Hab dir dabei deinen Kaffe gebracht.
  Weißtu' nicht mehr?
  Nein natürlich nicht.
  War wieder nicht laut genug.
  Mein Stolz nicht platzeinnehmend genug.
Mein Stolz, meine Freude entwickelte sich langsam,
langsam zu einem Stich in die Bauchgegend.
Schmerz.
"Ist das denn so wichtig?"
- JA!
  Es ist mein Abiball.
  Ich will nicht alleine sein.
  Es ist so ein wichtiger Abschnitt meines Lebens.
  Ich will meine Freude teilen.
  Zeigen was ich geschafft habe.
Enttäuschung.
Aber natürlich habe ich nicht so geantwortet.
"Nein, ist wohl nicht so wichtig,
ist nur mein Abiball.
Ist ja eh nur sitzen und trinken.
Nichts wichtiges.
War nur so 'ne Frage.
'Tschuldige."
Wohl falsche Wertvorstellungen.
Aber er ist da.
Sogar auf seinem Geburtstag.
Ist wohl schon mehr als ich erwarten durfte.
Danke.
Danke, Liebe meines Lebens.
Es tut mir Leid,
tut mir Leid, dass ich nicht die für dich sein kann,
die du gerne hättest, Mama.
Nicht das Leben führen will,
welches du gerne an mir sehen würdest.

Montag, 4. Februar 2013

Heute sind wir dran.

Die Liebe.
Der Freund.
Der Verlobte.
Der Ehemann.
Oft sagt man,
dass der Freund wie der beste Freund mit gewissen Vorzügen sei.
Aber ich bin nicht der Meinung.
Wie könnte man sonst noch Freund vom bestem Freund unterscheiden,
oder warum sollte man es noch tun?
Ein Freund zu haben,
das ist was anderes,
denn man liebt.
Man ist nicht mehr länger 'Du und Ich',
es gibt nur noch ein 'Wir'.
Bei einem Streit ist es wie Engelchen und Teufelchen auf einer Schulter.
Manchmal ist er Engelchen und du Teufelchen

und manchmal ist es genau andersrum.
Bei Problemen ist auf einmal mehr als nur eine starke Schulter an deiner Seite,
er ist der Arschtritt, der einen wieder hochbringt,
das Taschentuch und das Tagebuch,
was vor nichts erbarmt wird.
Er ist die verstaubte Kiste,

die so versteckt ist, dass nicht mal du sie immer wieder findest.
Die verstaubte Kiste voller Erinnerungen 
und großen Geheimnissen. 
Man sagt, man nimmt seine größten Geheimnisse mit ins Grab.
In dem Fall ist der Freund auch das eigene Grab.
Die Liebe ist sowohl Vergangenheit und Gegenwart,

als auch Zukunft. 
Hoffnung und Verzweiflung.
Sie sagt dir, was du falsch gemacht hast,
wie du jetzt bist,
und was du ändern kannst.
Sie hilft dir beim Verändern und hält dir sogar dabei die Hand.
Manchmal wenn du nicht mehr kannst
und eigentlich alles was du siehst,
so grau und fahl erscheint,
wenn das weiche Gras nicht mehr sanft deine Füße umspielt,
sondern wie Dornen in sie sticht,
dann ist er da.
Nimmt dich auf die Arme und trägt dich ein Stück in Richtung deines Ziels.
Dabei schaut er nicht auf den Weg,
denn für ihn, und genauso andersrum,
bist du der Weg.
Das Ziel.
Die ganze weltbewegende Reise.

Wenn er dich trägt,
schützend vor all den spitzen,
einschneidenden Gefahren des Lebens,
dann schaut er dir in tief in die Augen,
lächelt das süße Lächeln 
und vergisst alles um einen herum.
Manchmal tanzt man durch das Leben,
zu zweit. Hand in Hand.
Manchmal muss man sich gegenseitig tragen.

Es ist wohl hin und wieder auch ein Akt der Selbstaufopferung.
Aber ohne Widerwille. Man tut es gerne, alles.
Und auch wenn sich alles so rosig anhört,

dann ist es manchmal auch schwierig.
Es ist anstrengend und es läuft nicht immer alles wie in einem Märchen,
aber wenn man sich Mühe gibt,
wenn einem bewusst ist,
dass man manchmal etwas tun, 
ihm entgegen kommen muss,
dann klappt es.
Dann hast du dieses Märchen direkt vor dir.
Dann bist du die Hauptfigur mit dem Prinzen an deiner Seite.
Man darf einfach nur nicht vergessen zu lieben,

die Liebe zu zeigen und das nicht nur einmal im Jahr,
sondern immer.
Kleine Gesten,
kleine Worte,

kleine Blicke,
die auf einmal unendlich groß und wichtig werden können. 

"Du und Ich: Wir sind eins. 
Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen."
- Mahatma Gandhi