Mittwoch, 25. Januar 2012

Irrenanstalt.


Ich sitze vor dem Arztzimmer.
Warte bis ich an der Reihe bin.
Zwei Wochen sind nun schon vorbei,
aber es kommt mir schon jetzt wie eine Ewigkeit vor.
Zwei Wochen bin ich mit geschlossenen Augen durch diese Klinik gegangen,
habe getan, was ich tun musste,
und hab dann wieder versucht in Gedanken zu Hause zu sein.
Aber jetzt sitze ich hier und öffne meine Augen.
Ich sehe mich um.
Die ganzen kleinen Kinder mit ihren Müttern,
die Eltern, die ihre Arbeit sitzen gelassen haben,
um hier sein zu können.
Mich überkommt ein komisches Gefühl.
Ich lasse mir das alles noch einmal durch den Kopf gehen.
Mir wird klar: Ich fühle mich wie in einem Irrenhaus.
All diese Menschen wurden aus ihrem Alltag gerissen,
sie sind hier, wollen wieder gesund werden.
Zu Hause warten wahrscheinlich Mann und Freunde,
die Arbeit, das tägliche Tun.
Und jetzt stehen sie hier.
Und alles ist so ganz anders
als der Alltag.
Wir sind hier und leben.
Gehen Abends um 21:00 Uhr einfach zum Arzt,
weil man Kopfschmerzen hat
und weil man es kann.
Man kann es einfach.
Hier steht das Leben also still,
beherbergt dich bis du wieder in den täglichen Lärm zurückkehren kannst.
Und um uns herum?
Da geht das Leben einfach weiter.
Um uns herum steigt vielleicht jemanden
gerade in diesem Moment alles über den Kopf.
Um uns herum wird gearbeitet,
geschrien, gestritten, geweint, gefreut, gelebt.
Wir sind nur der ruhende Pol in diesem ganzen Wirrwarr von Welt.
Wie ein Café inmitten eines reich belebten Einkaufszentrum.
Im Café wird kurz ausgeschaltet,
man ruht sich aus,
nimmt sich Zeit.
Um das Café herum wird gearbeitet.
Die Menschen rennen mit geschlossenen Augen durch die Welt
und können nur selten sehen.
Und dem einen oder anderen wird das zur ein oder anderen Zeit einfach zu viel
und dann kommt er hier hin.
So unähnlich dem Irrenhaus ist es also nicht.
Eigentlich sogar verblüffend ähnlich.




Samstag, 14. Januar 2012

Leben

Die Kur hat begonnen.
Mittlerweile der vierte Tag.
Hatte aber einfach keine Zeit gefunden,

in Ruhe zu schreiben.
Aber jetzt.
Jetzt habe ich Ruhe.
Ich bin gut angekommen.
Die ersten Tage waren hart.
Ich hatte schreckliche Sehnsucht nach zu Hause,

aber jetzt geht es so langsam.
Ich hab ja Internet

und alle schreiben mir ganz fleißig.
Sehr süß.
Also fängt es langsam an,

dass es erträglicher wird.
Meine Zimmernachberinnen...
Die eine ist schwierig.
Kommt aus der Großstadt,

eine ziemliche Tussi
und ist mit nichts zufrieden 
und sooo laut.
Aber ich bin nett,

sie tut mir ja auch nichts.
Die andere,

mit der komme ich besser klar.
Sie ist natürlicher, ruhiger.
Aber sie hat Heimweh.
Schlimmer als ich.
Sie weint oft und ich weiß nicht,
wie ich damit umzugehen habe.
Aber es wird.
Es wird alles.
Es ist schon komisch.
Der Mensch kann nie zufrieden sein.
Daheim hatte ich Sehnsucht nach dem Meer,

der Ferne,
der Sonne,
dem Unbekannten.
Und hier?
Hier hab ich Sehnsucht nach der Nähe,

meinen Freunden,
dem Alltäglichen,
dem Bekannten.
Der Sonnenuntergang ist hier ganz wunderbar.
Man kann es nur genießen.



Dienstag, 10. Januar 2012

Mit Tränen den Veränderungen gegenüber treten.

Verziehe mein Gesicht zu einem gequältem Lächeln.
"Danke."
Ernsthaft. Danke.

Es ist nicht eines dieser 'Danke', die man so dahin pfeffert,
nicht wirklich ernst gemeint.
Nicht eines dieser 'Danke', die man sagt,
wenn man die Butter gereicht bekommt.
Es ist ein 'Danke' aus tiefstem Herzen.
Meine Sachen sind gepackt.
Die letzten Stunden in der Schule verbracht
und es heißt Abschied nehmen.
Heute ist wohl der Tag des Abschied nehmen.

Meine Freunde in der Schule.
Noch keine Tränen.
Auf jeden Fall keine, die jemand gesehen hat.
Ein Geschenk von den wichtigsten Menschen.
Ich werde es dort öffnen.



 ( Das Geschenk! )


Dann geht es nach Hause.
Allgemeines durcheinander Laufen,
nervös sein,
anpflaumen und unruhig sein.
Und ich steh da. 
Schau mich um.
Der stille Pol in diesem ganzen Wirrwarr.
Also nehme ich meine Sachen und gehe runter.
Dann mein großer Bruder.
Verabschiedung.

Tränen.
Dann mein kleiner Bruder.
Verabschiedung.
Tränen.
Und jetzt wollen sie gar nicht mehr aufhören zu laufen.
Gleich ist meine Clique dran.
Ich werde mich wahrscheinlich gar nicht mehr beruhigen können.
Stark sein ist angesagt.


Ich lasse die Tränen laufen, 
denke an all die wunderbaren Menschen,
die heute meinen Tag gestaltet haben.

Mit Tränen den Veränderungen gegenüber treten



Neue Bilder. Nur noch nicht ganz fertig.

Sonntag, 8. Januar 2012

'Blindes Herz'

Ich bin durcheinander.
Einfach verwirrt.
Die Regelung in meinem Kopf über den Haufen geworfen.

Ich versteh es nicht.
Nein.
Aber es geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Da war diese Party bei einem Freund von mir.

Ich hatte meine beste Freundin mitgebracht,
hatte ein wenig Sorgen, 
weil der Kerl da sein würde
und ich davon überzeugt war,
dass er sich an sie ranschmeißen würde.
Aber den ganzen Abend kam nichts.
Er war gerade zu artig.
Als wir dann kein Taxi nach Hause bekamen,
haben wir beschlossen dort zu schlafen. 
ER hat auch da geschlafen...
Irgendwann später bin ich zu ihm rüber.
Er hat in einem anderen Raum geschlafen
und ich wollte nicht, dass er alleine ist.
Habe mich neben ihm gelegt,
ein wenig geredet,
gelacht, 
ich musste an früher denken,
wie das alles anfing.
Es war wirklich schön.
Wir hatten uns geküsst,
langsam, aber ich wollte es,
der alten Zeiten wegen. 
Und dann kam das,
worauf ich, seit dem ich ihn das erste mal sah,
gewartet hatte, 
gehofft hatte.
Er sagte, er würde mich lieben.
Er sagte, er dachte ich wäre süß, 
etwas für ein, zwei mal, 
aber nichts weiter.
Aber es wäre nicht so.
Ich wäre unfassbar.
Er würde nicht wissen,
wie er es 6 Wochen ohne mich aushalten solle,
dass er mich unbedingt besuchen kommen muss,
sonst würde er nicht wissen, wohin mit sich.
Immer wieder gestand er mir seine Liebe.
Und ich?
Ich lag in der Dunkelheit
und wusste nicht wohin mit MIR.
Ich hatte ihn geliebt,
so lange.
Ich war ihm hinterher gelaufen,
noch als er mit mir spielte.
Hatte gelacht,
geweint,
geschrien
und das alles wegen diesem einen Typen.
Und jetzt, wo ich mich löste,
wo ich ihn nicht mehr wollte,
da kam er mir damit an?
Da sagte er mir, dass er mich liebte?
Jetzt?...
Und wie sicher kann ich mir sein,
dass er es so meint?
Dass er es nicht einfach nur sagte, 
weil er getrunken hatte?
Ich muss es wissen.
Aber wenn ich ihn frage
und er mir sagen würde,
er könne sich nicht mehr erinnern oder ähnliches...
Ich wäre so sauer.
Andererseits, wenn er mir sagen würde,
dass er alles so meinte, 
wie er gesagt hatte,
dann würde ich ihm eine Antwort schulden.
Und was könnte ich ihm sagen?

Was will ich?..
WAS zum Teufel, WILL ich? 



Donnerstag, 5. Januar 2012

...

"Was nützt es dem Menschen, wenn er schnell vorankommt,
seine Seele aber auf der Strecke bleibt?" (Petrus Ceelen)


Dienstag, 3. Januar 2012

"Wir brauchen ein neuen Anfang!"

Perfekt gestartetes Jahr.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll,
ohne zu lange zu brauchen.
Vielleicht so:

Raketen, Sekt, Freude,
Lachen, Freunde,
Musik, Ideen,
Hoffnung, 05:30 Bett,
Fahrrad, Freunde, Suppe,
Revue, Lachen,
Dörpen, Freunde,
Alkohol, Dusche,
Stricker, tanzen,
trinken, Musik, 
Männer, loslösen,
04:30 Bett, 9 Stunden Stricker,
ausklingen vor dem Fernseher,
genießen, was den Moment ausmacht.


In 7 Tagen ist für mich Auszeit.
6 Wochen bin ich dann weg.

Den Krieg in meinem Kopf ausfechten.
Ausruhen.
Auf jeden Fall genießen und Abstand gewinnen.
Es wird bestimmt anstrengend wieder in den Alltag zu finden,
aber das wird sich lohnen. 
Dafür werde ich es tun.
Alles vergessen. Jeden vergessen.
Nur für diese Zeit.
Vielleicht werde ich dadurch zu dem,
der ich sein will.