Ich sitze vor dem Arztzimmer.
Warte bis ich an der Reihe bin.
Warte bis ich an der Reihe bin.
Zwei Wochen sind nun schon vorbei,
aber es kommt mir schon jetzt wie eine Ewigkeit vor.
Zwei Wochen bin ich mit geschlossenen Augen durch diese
Klinik gegangen,
habe getan, was ich tun musste,
und hab dann wieder versucht in Gedanken zu Hause zu
sein.
Aber jetzt sitze ich hier und öffne meine Augen.
Ich sehe mich um.
Die ganzen kleinen Kinder mit ihren Müttern,
Die ganzen kleinen Kinder mit ihren Müttern,
die Eltern, die ihre Arbeit sitzen gelassen haben,
um hier sein zu können.
Mich überkommt ein komisches Gefühl.
Ich lasse mir das alles noch einmal durch den Kopf
gehen.
Mir wird klar: Ich fühle mich wie in einem Irrenhaus.
All diese Menschen wurden aus ihrem Alltag gerissen,
sie sind hier, wollen wieder gesund werden.
Zu Hause warten wahrscheinlich Mann und Freunde,
die Arbeit, das tägliche Tun.
Und jetzt stehen sie hier.
Und alles ist so ganz anders
Und alles ist so ganz anders
als der Alltag.
Wir sind hier und leben.
Wir sind hier und leben.
Gehen Abends um 21:00 Uhr einfach zum Arzt,
weil man Kopfschmerzen hat
und weil man es kann.
Man kann es einfach.
Hier steht das Leben also still,
beherbergt dich bis du wieder in den täglichen Lärm
zurückkehren kannst.
Und um uns herum?
Da geht das Leben einfach weiter.
Um uns herum steigt vielleicht jemanden
gerade in diesem Moment alles über den Kopf.
Um uns herum wird gearbeitet,
geschrien, gestritten, geweint, gefreut, gelebt.
Wir sind nur der ruhende Pol in diesem ganzen Wirrwarr
von Welt.
Wie ein Café inmitten eines reich belebten
Einkaufszentrum.
Im Café wird kurz ausgeschaltet,
man ruht sich aus,
nimmt sich Zeit.
Um das Café herum wird gearbeitet.
Die Menschen rennen mit geschlossenen Augen durch die Welt
Die Menschen rennen mit geschlossenen Augen durch die Welt
und können nur selten sehen.
Und dem einen oder anderen wird das zur ein oder anderen
Zeit einfach zu viel
und dann kommt er hier hin.
So unähnlich dem Irrenhaus ist es also nicht.
Eigentlich sogar verblüffend ähnlich.
