Freitag, 20. September 2013

Heute mal der Schwebezustand

Und dann war es so weit.
Schnauze voll.
Ich brauch eine Auszeit.

Nur ein bisschen von dem Alltag weg kommen und nicht immer an alles denken müssen.
Nicht in mich hinein fressen,
dass ich überhaupt nicht weiß, 
wie ich den nächsten Monat überlebe.
Nicht in mich hinein fressen,
dass es mich so unglaublich traurig macht,
dass ich mit meinem Freund nicht darüber reden kann,
weil er von Geld nichts hören will.
In manchen Situationen nachvollziehbar,
aber nicht, wenn man den nächsten Monat planen muss.
Aber das ist seine Entscheidung und die kann ich,
beim besten Willen, nicht ändern.
Aber mein bester Freund ist wieder da.
Sein Pilgerweg beendet und jetzt endlich wieder hier.

Und doch bald wieder weg.
Studiert in Halle.
Viel zu weit weg.
Aber eine Wohnung hat er noch nicht.

Also kommt er Montags zu mir,
schläft bei mir und dann heißt es morgens früh aufstehen.
Aber vor allem heißt es, genießen.
Es sich mal gönnen nicht zur Schule zu gehen,
sondern Abstand zu gewinnen.
Wir genießen also schon den Montag Abend mit Bier und Zigaretten und Gesprächen.
Und Dienstag heißt es 8 Stunden Zug fahren.
Über Leer und Hannover und Minden nach Halle.
Heute ist Geld egal.

Einfach mal keine Gedanken machen.
Wir reden, wir lachen, ich kann abschalten.
Mein Freund?
Der fehlt mir in dieser Zeit sehr an meiner Seite.
So viele Momente,

die ich gerne mit ihm erlebt hätte.
Aber das war nicht zu ändern.

Erfreuen an dem, was man kriegen kann.
Dann Halle.
4 Stunden totales Chaos.

Unfreundliches Verspäten,
coole WG,
seltsamer Chinese,
viel zu viele Treppen
und Demos, die uns den Weg versperren.
Zug zurück aber nicht wieder zurück in die Probleme, 
sondern zurück in den Westen.
Nach Bochum.
Ein guter Freund studiert da
und der wird erstmal besucht.
Also weitere 7 1/2 Stunden Zug fahren.
Und dann ist es mitten in der Nacht und wir sind endlich da.
Wir werden abgeholt und es geht in die Wohnung.
Wir reden und wir befreien uns.
Wir fliegen ein wenig,
oder schweben eher.
Aber wir sind in unserer eigenen Welt, 
durch nichts davon abzuhalten.
Wir leben so vor uns hin 
und man kann auch einfach gar nichts schlechtes daran finden.
Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen.
Langsam holen die letzen 3 Stunden Zug fahren
uns aus unserem Schwebezustand.
Ich gleite wieder zu Boden.
Und im Heimatdorf angekommen,
muss ich plötzlich wieder fest stehen.
Vom Zug zur Arbeit und dann wieder Nachts nach Hause.
Morgens aufstehen und zur Schule.
Von der Schule direkt zur Arbeit
und dann kann ich nur noch nach Hause kommen und ihm in die Arme fallen.
Nimm mich einfach in den Arm, 
dann schweben wir zusammen.

Montag, 2. September 2013

Vielleicht habe ich es verlernt,
aber versuchen werde ich es trotzdem.

Und da sitze ich in meiner kleinen 'Ein-Zimmer-Wohnung',
und lasse meinen Blick kreisen.
Der Boden ist nicht wirklich fest,
im Badezimmer funktioniert die Duschtür nicht,
das Wasser hier hat seine ganz eigenen Regeln,
der Backofen ist wohl eher zur Zierde in dieser süßen Küche,
da Starkstrom nicht bis nach oben gelegt wurde,
die Heizungen möchte ich gar nicht erst ausprobieren
und mein Fernseher tat die ersten drei Wochen nicht.
Dafür stehen nun drei Fernseher in meinem Wohn- und Schlafraum,
wovon einer zum Fernsehen gucken ist,
der Zweite zum Spielen
und der Dritte...
Ja, warum eigentlich ein dritter Fernseher?
Aber es ist meine Wohnungen.
Mein ganz eigenes Reich.
Die Tür zu meinem alten Leben ungefähr 20 km von mir entfernt.
Ich kann endlich entspannen.
Ich kann mich ausruhen
und ein wenig Abstand gewinnen.