Donnerstag, 19. Februar 2015

Du musst lernen "Nein" zu sagen. -Aber nicht bei mir.

Du musst lernen, "Nein" zu sagen!
Das ist DER Ratschlag,
von allen!
"Lad dir nicht immer so viel Last auf deine Schulte!
Wie sollst du das alles tragen können,
wenn du nie Nein sagen kannst
und immer mehr dazu kommt!
Du musst lernen Nein zu sagen!"
- aber nicht bei mir.
Das ist doch eigentlich das,
was sich jeder dabei denkt.
Vielleicht nicht bewusst,
aber unbewusst in jeder seiner Handlungen.
Da wissen sie doch genau,
wie es in mir aussieht,
wie voll geladen ich bin,
von wo überall etwas auf mich zuspringt.
Und trotzdem soll ich doch bitte die Ausarbeitung berichtigen,
den Lebenslauf erstellen,
die Hausaufgaben schicken,
erklären wie ich was gemacht habe, 
auf denjenigen aufpassen 
und dieses hier erledigen.
Und dann hab ich wieder dieses Gefühl zu platzen
und mich einfach mal entladen zu müssen.
Und das kriegen dann meistens die falschen Personen ab,
Aber warum ist das eigentlich so?
Warum kann ich nicht Nein sagen?
Und warum ist dann jeder so extrem sauer auf mich?
Eigentlich weiß ich es ja...
Ich hatte schon immer das Gefühl,
dass ich nur dann Aufmerksamkeit von meiner Mutter erhalte,
wenn ich etwas schönes für sie tue.
Wenn ich ihr Blumen zum Muttertag kaufe,
wenn ich das Haus putze bevor sie nach Hause kommt, 
wenn ich ihr einen Wellnesurlaub schenke,
wenn ich immer wieder auf Raik aufpasse.
Ja dann, dann erhalte ich einen Funken Aufmerksamkeit.
Wenn ich dieses aber nicht tue,
dann eilt sie umher,
hat immer etwas anderes im Sinn,
entweder sie ist mit sich selbst beschäftigt,
mit ihrer neuen Liebe,
mit Raik oder doch mit Patrick?
Wo kann ich da nur bleiben,

wenn ich so unproblematisch bin?
Woher soll sie sich die Zeit nehmen, 
mir einmal zuzuhören,
auch wenn es nur etwas ganz unwichtiges ist. 
Für sie.
Nicht für mich.
Siehe doch einmal den Leistungsanspruch an mich 
und dann den an meine beiden anderen Brüder.
Und dabei kann ich ihr all das einfach gar nicht sagen,
weil ich so ein extremes Problem damit habe,
wenn jemand etwas gegen mich hat,
wenn jemand böse auf mich ist,
oder mein Verhalten für falsch empfindet.
Wie soll ich ihr das sagen,
wenn ich weiß,
dass sie es persönlich nimmt,
dass sie böse auf mich sein wird
und mich vielleicht sogar anschnauzt,
ich solle doch mal wieder klar kommen 
und was mir denn eigentlich einfiele.
Kann denn mal jemand sehen, 
dass es nicht selbstverständlich ist,
was ich alles tue
und was ich gebe?
Aber nein,
da komm ich nicht wieder raus.
Und mit Lob kann ich eh nicht umgehen. 
Und mit Kritik auch nicht.
Am besten ignorieren.
Kann auch nicht mit meinem Prinzen darüber reden,
er würde mir ins Wort fallen,
würde mich zwingen, dass meinen Eltern zu sagen,
etwas zu ändern,
aber das kann ich nicht.
Da ist eine riesige Mauer
und mein Hammer liegt auf der falschen Seite
und ist sowieso viel zu klein.

Samstag, 24. Januar 2015

2015

Fast ein Jahr ist es her, 
dass ich das letzte mal hier schrieb.
Ist das ein gutes Zeichen,
oder doch ein Schlechtes?
Ich kann es nicht sagen.
So vieles ist passiert.
Ich bin umgezogen, 
endlich eine andere Wohnung,
endlich mehr als ein Zimmer,
endlich einen heilen Boden,
endlich eine funktionierende Küche.
Ich bin zufrieden hier.
Wahrscheinlich weil ich all das hier
mit meinem Peter teilen kann.
Es ist nicht ganz wie fliegen,
aber ein wenig wie schweben.
Er hat mir zwei Meerschweinchen geschenkt.
Touluse und Hektor.
Und irgendwie hat im letzten Jahr alles geklappt.
Ich brauchte mir keine Sorgen machen,
Ich konnte ein wenig mehr Leben als vorher.
Vielleicht auch nur etwas mehr leisten,
nicht leben.
Und dann fängt 2015 an.
Mit lautem Knall und bunten Lichtern.
Doch 2015 ist bisher nicht mein Jahr.
Verbrennungen 2. Grades an der Hand
und einen gebrochenen Zeh.
Kein Job, 
da der Vertrag nicht verlängert wurde
und finde auch keinen wegen dem Mindestlohn.
"Du kannst immer zu mir kommen,
ich helfe dir aus!"
Auf diese Worte hat man aufgebaut,
aber hätte ich vorher gewusst, 
wie wenig sie zählen...
"Ich muss erstmal selber meine Finanzen checken!"
Und jetzt ist es so weit.
Ich muss mir Geld von meinem Bruder leihen 
und das ist nicht wenig.
Andererseits hab ich Zeit.
Ich kann endlich wirklich Leben.
Meine freie Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen.
Auf einmal kann ich so viel unternehmen.
Aber irgendwie ja doch nicht.
Mir fehlt das Geld um Paintball zu spielen,
shoppen zu fahren,
essen zu gehen,
Theater zu schauen,
feiern zu gehen.
Ich suche nach dem Mittelmaß.
Und vielleicht bringt mir dieses Jahr den rechten Hinweis.
Vielleicht brauche ich diese Geldnot einmal.
um das rechte Maß zu finden 
und nicht außer Augen zu verlieren,
dass das Eine nicht ohne das Andere geht.