Dienstag, 29. Januar 2013

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

"Aus Morgenröte wird grauer Tag, sagte der Dichter.
Und kein Gold ist von Dauer."
                                                  - Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Dunkel.
Nichts woran ich mich festhalten kann,
ich gehe zuerst vorsichtig,
dann immer schneller,
zum Ende renne ich.
Nichts.
Nichts wogegen ich stoßen könnte,
nichts worüber ich fallen könnte,
nichts was mich aufhalten könnte.
Zwischendurch ein Lichtfunke, 
ein kleines Glühwürmchen, 
dass dir den richtigen Weg weist.
Und dann ein Feuerwerk.
Man sieht nicht alles,
bewegt verwirrt und geblendet den Kopf von der einen Seite zur anderen,
dreht sich,
geht zurück,
die Augen wissen nicht in welche Richtung sie blicken sollen.
Und dann ist da manchmal ein Licht,
was dir einen genauen Durchblick gibt.
Und du gehst auf es zu.
Und vielleicht kannst du in diesem Moment ein paar Farben erkennen,
aber du weißt doch, dass ist kein dauerhafter Zustand.
Manchmal vergisst man das große Schwarze um einen herum,
dann denkt man nur an das Gefühl der Liebe,
manchmal kann einem es aber auch gar nicht bewusster sein.
Es plätschert von allen Seiten.
Tropf. Tropf. Tropf.
Man kann nicht weghören.
Frust.
Wut.
Trauer.
Freude.
Wille.
Tapferkeit.
Du rennst und doch willst du nicht,
dass es endet,
weil du weißt, wenn es endet,
dann musst du nachdenken
und deine Gedanken sind schlimmer,
als die Realität.
Das Schicksal ist ein mieser Verräter.


„Gefährliche Gedanken sind gleich Giften,
 die man zuerst kaum wahrnimmt am Geschmack,
 allein nach kurzer Wirkung auf das Blut gleich Schwefelminen glühn.”
William Shakespeare (Othello)

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