Kein bestimmtes Thema heute.
Einfach schreiben.
Versuchen loszulassen.
Einfach so verletzlich im Moment.
Versuche es abzulegen, aber finde nicht den richtigen Weg dazu.
Es ist als würde ich mit runtergezogen, sobald es dieser einen Freundin schlecht geht.
Wie ein Projekt, das misslingt.
Aber ich will sie nicht als Projekt bezeichnen,
das klingt so lieblos, unbedeutend auf eine Art und Weise, gefühlsleer.
Und sie ist keinesfalls unbedeutend, nie.
Sie schätzt das an mir, was niemand sonst bewusst wahrnimmt,
ist da, wenn ich es gar nicht bemerke,
und holt mich so oft auf den Boden zurück.
Eine einfache Frage von ihr: "Und?"
Ja, und?
Was eigentlich genau ist jetzt so schlimm daran?
"Und?" - die Frage die mich wieder auf den Boden holt.
Einfach und doch manchmal die Frage, die den Tag, die Situation rettet.
Ich hab sie so fröhlich kennen gelernt und nun?
Es scheint, es ginge ihr immer schlechter.
Ich versuche, es zu verhindern.
Versuche ihr Weihnachten zu retten.
Backe Kekse, hol die Deko raus, versuch sie zu ermuntern
- keinerlei Erfolge.
Ihre schlechte Laune hat was beengendes, beklemmendes und irgendwie
lässt es die Situation bedrohlich und gefährlich wirken.
Es ist, als würde ihre schlechte Laune der Spiegel ihrer Gedanken sein.
Heftig, eindringlich, unvergesslich.
Wenn sogar ich schon von diesen Gedanken mitgerissen werde,
wie muss es dann in ihr aussehen?
Wenn ich am Wochenende bei ihr bin und sie schlechte Laune hat,
wenn es ihr dann nicht gut geht, dann ist es ok.
Ich kann damit umgehen. Ich sehe die Situation.
Kann ihr einen anderen Blickwinkel zeigen,
sie versuchen so in die richtige Richtung zu schleusen.
Aber wenn ich sie in der Schule sehe,
ihre trüben Gedanken spüre, dann ist alles anders.
Ich bin völlig hilflos. Weiß nicht weiter.
Keine Tür, die mich kurz rein lässt und mir erklärt, was los ist.
Dann hab ich Angst.
Angst sie zu verlieren, was falsches zu tun, was falsches getan zu haben.
Panik sie im Stich zu lassen.
Will sie nicht alleine ihren Gedanken stellen.
"Kleines, liebes Mädchen,
du brauchst doch diese Hand, die dich bei Glatteis hält!"
- möchte ich dann gerne rufen.
Aber es kommt nichts bei ihr an.
Stummer Schrei. Keine Antwort.
Wie also soll ich mit all dem umgehen?
Augen zu? Wegdrehen für diesen Augenblick?
Das kann ich nicht.
Ich brauche sie.
Sie braucht mich.
Oder will ich nur, dass sie mich braucht?
Wenn sie manchmal einfach nur offener wäre.
Wenn sie mir einfach nur oft genug schreiben würde,
dass sie mich mag.
Wenn ich ihr doch nur irgendwie helfen könnte.
Wenn ich nur wüsste, wie.
Dann wäre alles umso vieles einfacher.
Aber das ist Freundschaft.
Ich bin für sie da, finde einen Weg,
bis sie dann ihren Platz im Leben gefunden hat
und ich mich zurücklehnen kann,
in dem Wissen ihr immer beigestanden zu haben.
Sie schafft das. Ich schaff das.
Gemeinsam finden wir einen Weg.
Gemeinsam.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen