Ich kanns nicht glauben.
Ich steh auf und schaue raus.
Nichtsahnend.
Und sehe:
Schnee.
Abends der Wunsch,
morgens die Erfüllung.
Also zieh ich mein Sommerkleid zur dicken Strumpfhose
und Strickjacke an und stapfe durch den Schnee, durch die Kälte zum Bahnhof.
Märtyrer gegen die Kälte.
Keine Handschuhe, kein Wollpulli, kein Tee am Morgen.
Einfach durch die Kälte.
Und ich genieße.
Genieße das Beißen der Kälte an meinen Händen,
den Wind durch meine gerade geglätteten Haare,
das Knirschen des Schnees unter meinen Schuhen.
Wunderbar.
Dann das Fluchen.
Ich muss ja Auto fahren.
Und ich hab Angst vor Glätte.
Vor der Gewalt der Natur.
Bilder tauchen vor meinem inneren Auge auf,
aber der Schnee schmilzt bald
und ich kann mich beruhigen.
Anstrengend diesmal. Alles.
Aber ich atme, lebe und liebe.
Liebe viel zu viel.
Von Minute zu Minute wirds schwieriger ihm nicht zu verzeihen.
Aber bis jetzt bin ich stark.
Meine Argumente gehen mir nur so langsam flöten.

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